Bewertung 6/6 Pommesgabeln
Genre Power Metal
Label Metal Blade
Releasedatum 29. Juli 2011
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Powerwolf - Blood of the Saints

1. Oktober 2012, 00:17 - powerwolf, metal-blade - geposted von DocDesastro

Die Wölfe sind zurück!
Die 2003 in Deutschland gegründete Power Metal Band Powerwolf versorgt uns auch dieses Jahr mit einem sehr gelungenen Werk.
Attila, Charles, Falk, Roel und Matthew kreieren in Powerwolf-typischer Machart ein Album, das es nicht nur mit den Vorgängern aufnehmen kann, sondern diese meines Erachtens noch übertrifft. Satte Riffs und kraftvolle Melodien werden gekonnt mit choralen Gesängen und Orgelspiel verschmolzen, so dass alles so klingt, als wäre es in der Kathedrale des Satans persönlich aufgenommen worden.
Ich hattte das Glück, eine limitierte Scheibe zu ergattern und wurde mit einer feinen Bonus-CD belohnt, die einige der besten Werke als Orchester-Version enthalten. Absolut genial, sage ich Euch!

Das Werk eröffnet mit einem Intro-Track mit Namen "Agnus Dei". Dieser an sich ist alleine noch nichts wirklich besonderes, vermittelt aber eine wohlige düstere Stimmung, bevor er in den nächsten Track "Sanctified with Dynamite" übergeht und die Band so richtig loslegt. Ein epischer Beginn für eine CD. Orgel, Chor und Attilas Stimme bilden ein akustisches Fanal, bevor mit knackigen Riffs und dynamischen Drums der Hörer zum Headbangen animiert wird, gleich nachdem er seine Kinnlade wieder hochgeklappt hat. Dieser Song hat es schon zum Ohrwurm innerhalb des Teams gebracht und erfreut sich mittlerweile grosser Beliebtheit in meiner Show. Ein echtes Highlight. Aber haben die Jungs schon Ihr Pulver verschossen?
Mitnichten. Der nächste Track "We Drink Your Blood" startet mit den Klängen einer Spieluhr und leitet in ein solides Stück mittleren Tempos über. Harmonisch abgemischtes Soundbett gewürzt mit epischen Elementen wie einem Kirchenchor und der bei dieser Band omnipräsenten Orgel machen dieses Stück sehr hörbar und es wird auch nach wiederholtem Hören nicht langweilig.
Der nächste Track "Murder At Midnight" hört sich zunächst wie ein Krimihörspiel aus den Zeiten Queen Victorias an und leitet in ein recht schnelles Stück mit einprägsamer Melodie über. Für mich ist dieser Track das zweite Highlight des Albums und steht Sanctified.. in nichts nach. Ein sehr schönes Gitarrensolo ist in diesem Track auch enthalten. Ein sehr guterTrack, während man z.B. im Auto sitzt.
"All we need is Blood" ist eines dieser Stücke, in denen die Band zeigt, dass sie auch gute Texte in Latein verfassen kann. Das Stück kommt zu Beginn wie ein Kirchengebet rüber und mutiert dann zu einem recht einfach gehaltenem Stück mit Mitsingfaktor. Ich denke, dieses Stück wird sich live sehr gut machen und die Fans zum Mitmachen animieren. Refrain und Zeilen sind recht einfach.
Das nächste Lied besingt eine Wahrheit: "Dead Boys Don't Cry". Hohe Schlagzahl und Stakkatoartige Riffs wecken mal wieder die Nackenmuskulatur und laden auch zum moshen ein. Dieser Track klingt etwas mehr nach "klassischem Power Metal", die Orgel hält sich dezent zurück. Sie ist da, aber halt nur subtil. Dies zeigt mir, dass die Band sehr gut eingespielt ist. Keiner dominiert die anderen und jeder spielt seinen Part für das grosse Ganze.
"Son of a Wolf" ist ein sehr melodisches Stück, das - man möge mir es verzeihen - ein wenig an Nightwish mit Tarja Turunnen erinnert - ich könnte mir vorstellen, dass sie diesen Song auch glaubhaft singen könnte. Von der Geschwindigkeit eher langsam verbreitet der Song eine wohlige Melancholie. Hier hat man nichts falsch gemacht. Der Song enthält einen extrem bombastischen Abschnitt, in dem die Band wieder auf Latein zurückfällt, gefolgt von einem sehr gelungenem Solo auf der Gitarre.
"Night of the Werewolf" eröffnet leise und still, ist aber eigentlich ein eher "klassisch" gespielter Power Metal Track. Prägnante Melodie und Attilas kraftvolle Stimme - mehr braucht es nicht. Sehr hörbar. Ein Glück, dass die den Jungen in Rumänien gefunden haben - sonst wäre die Band nicht unbedingt das, was sie heute ist.
Auch am Song "Phantom of the Funeral" ist nicht wirklich etwas auszusetzen. Es gibt ein schön gespieltes Solo in diesem Track. Es kommt zwar nicht an Sanctified... oder Murder... ran, aber ist trotzdem hörenswert. Also ich würde nicht vorspulen hier.
"Die, die, crucified" stellt eher eine Hymne dar, von der ich glaube, dass sie ebenfalls auf Konzerten gut rüberkommt.
Am Ende des Songs kommt die Headbang-Fraktion auch noch einmal auf Ihre Kosten.
"Ira Sancti" stellt den Ausklang des Werkes dar. Langsam, ja fast traurig kommt der Track herüber und man ist schon wirklich traurig, dass diese geniale Scheibe schon um ist.

Wer die limitierte Fassung kauft, wird sich auf der Bonus CD "The Sacrilege Symphony" noch einige Tracks aus dem jetzigen und den vorigen Alben anhören, nachdem diese einmal "durch das Orchester" geschickt worden sind. Einfach episch und eine angenehme Hörerfahrung. Wer Klassik mag, wird dies hier lieben - glaubt es mir!

Tja, was gibt Doc diesem Wert für Noten?
Dauerhafter Hörspass ist definitiv garantiert und die Band hat Charakter.
17€ für eine Scheibe mit 2-3 Knallern und einer Bonus CD mit weiteren 5 Songs sind definitiv auch nicht zuviel (wenn Ihr die limitierte Scheibe erhalten könnt, nehmt diese, bevor sie weg ist!).
Artwork ist ebenfalls ansprechend. Und wenn ich mal betrachte, was ich dieses Jahr an Neuerscheinungen gesehen habe, würde ich aus meiner Warte sagen, dass dieses Werk bislang den Höhepunkt darstellt.
Ich denke, dieses Werk hat sich die vollen 6/6 Pommesgabeln redlich verdient - die vergebe ich nicht oft, aber wenn nicht hierfür, wofür denn dann?. Bravo! Da Capo!