Bewertung 3.5/6 Pommesgabeln
Genre Metalcore
Releasedatum 18. Oktober 2013
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Breakdown of Sanity - Perception

28. Oktober 2013, 16:45 - review, breakdown-of-sanity - geposted von MaKoMania

Kurzfristig hat uns das neue Album der Band Breakdown of Sanity erreicht, die ja im Bereich des Metalcores bereits einigen Staub aufgewirbelt haben.

Breakdown of Sanity ist eine 2007 gegründete Metalcore-Band aus Bern, die noch keinen Plattenvertrag unterzeichnet hat. Der Name der Band soll die Aggression der Musik und den düsteren Zeitgeist der heutigen Gesellschaft widerspiegeln

Für weitere Infos zu der Band könnt ihr gerne einfach mal auf die Wikipedia-Seite der Band schauen, auf der alle weiteren relevanten Infos zu finden sind. Ist soweit echt lesenswert.

Natürlich haben die Jungs auch einen eigenen Youtube-Channel wo ihr unter anderem den ersten richtigen Track samt Intro finden könnt:

Gehen wir es also an...


Review

Exordium - Melodramatisches Intro ohne jeglichen Bezug - sowas liebe ich bekannterweise ja total. Abzug in der B-Note und weiter gehts...

Crumble - Unspektakulärer Einstieg in das Album. Musikalisch gut umgesetzt, nur leider sehr, sehr unkreativ. Stilistisch liegt es irgendwo zwischen Heaven Shall Burn und Comeback Kid.

Hero - Schönes Introriff, der Gesamtsong geht nur wieder leider zu schnell in "Schema F" über. Grundsolide gespielt, der Gesang gefällt mir sehr gut, aber der Break in dem Lied geht leider gar nicht. Würde dieser mit einer Laute gespielt werden, wäre es ein tolles Medieval-Interludium.

The Writer - Siehe "Crumble" - nur mit einigen sehr unpassenden, kurzen Drum-Interludien. Kategorie "Annehmbar, wird aber nach einmaligem Abspielen nicht mehr angehört".
Die komplette letzte Minute des Songs hätten sich die Jungs sparen können. Sorry, aber das geht gar nicht.

Blind - Na endlich, mal ein etwas besserer Song. Zum ersten Mal komme ich bei der Platte zu dem ersehnten Kopfnicken. Vollgas ab Minute 1:58, nach einem angenehm gesetzten und gelungenen Break. Ich habe wieder etwas Hoffnung, dass dieses Level gehalten werden kann.

Scissorhands - Oh weh....Schlaftablette deluxe. Das Momentum vom vorangegangenen Song wird nicht mitgenommen. Persönlicher Kommentar: Weniger Effekte in die Songs einbauen - davon wird ein Song nicht besser... Das Outro zieht sich wie Kaugummi vor meinem geistigen Auge....

Perception - ...auch, wenn es das Intro zum nächsten Song ist. Wellenklänge und atmosphärische Melodei. Irish Folk Rock lässt grüßen - ich stehe auf der grünen Insel.

The Gift - Im Moment rätsele ich immer noch, was mir die beiden vorangegangenen Songs vermitteln wollten. In Gedanken hake ich die beiden Songs schließlich ab und stelle erschrocken fest, dass ja der neue Song bereits seit knapp anderthalb Minuten läuft. Hab auch nicht viel verpasst, da er erst am Minute 2:30 anfängt, wieder interessant zu werden. Also nicht gut, aber zumindest kann ich mich wieder auf den Song fokussieren. Schlaftablette wieder ab Minute vier - kurzzeitig fühle ich mich an "Bullet for my Valentine" erinnert und werde im Outro des Songs davon bestätigt.

Deliverance - Hip Hop meets Metalcore, jedenfalls in der ersten Minute. Danach wird der Song wieder etwas grundstabliler. Kopfnick-Faktor 3 von 10 - man nickt höflich mit. Killerfaktor, der für mich den Song in Grund und Boden zum Unding macht:
das Fade-Out am Ende des Songs. Die 80er lassen grüßen... argh.
Ich möchte am liebsten meinen Kopf auf die Tischkante schlagen. Mehrfach.
Überlege es mir dann aber doch anders und lege eine Modern-Talking-Platte auf - zur Beruhigung. Meine Katzen flüchten derweil auf den Balkon.

Chapters - Leute, ich war kurz davor das Review an dieser Stelle abzubrechen...gut, dass ich es nicht getan habe. Chapters bringt den guten Kopfnick-Faktor zurück und selbst meine Katze gesellt sich wieder zu mir. Gute Laune Moment: 2:45 - hier wird nochmal ein Gang hochgeschaltet. Cooles Gitarrensolo ab Minute 3:30. Es geht doch - Metalcore, wie er sein soll. Straightforward ohne billige Effekthascherei. Danke Jungs, denn hier war ich zum ersten Mal enttäuscht, dass der Song zu Ende ist.

Broken Wings - Und ihr macht es direkt wieder mit dem Intro des nächsten Songs kaputt. Die 80er sind wieder da - nur diesmal mit 8-Bit Sounds. Immerhin ist der Song selber sehr solide - die Drums gefallen mir hier besonders gut. Auch hier wieder: super Instrument-Arbeit.
Technisch ist definitiv nichts am Album auszusetzen - alles ist da, wo es hingehört.

Invisible Scars - Geiler Song - direkt auf die Fresse, wie es sich gehört. Keine Kompromisse und keine Gefangenen. Der Sound ist richtig angenehm dreckig. Definitiv brauchbares Material - der Song wird in meine persönliche Playlist aufgenommen. Meines Erachtens der beste Song der Platte.

Cardiac Silhouette - Der längste Song der Platte und zugleich auch der letzte - ich erwarte gespannt was mich nun auf mich lauert. Tja...nach knapp einer Minute bin ich mir immer noch nicht so sicher. Der Song wandelt zwischen poppig und annehmbar.
Jedenfalls ist der Song nicht das, was ich an dieser Stelle erwartet hätte. Während ich vor mich hin sinniere, ob dies nun gut oder schlecht ist plätschert der Song wieder an mir vorbei. Ein kurzes "Enya"-Interludium lässt mich kurz von meiner Katze aufschauen, die es sich derweil auf dem Schrank neben mir gemütlich gemacht hat. Gerade rechtzeitig schließen wir beide die Augen, um den Piano-Klängen des Outros zu lauschen. Meine Katze schläft und ich stehe auch kurz davor. In Gedanken stehe ich wieder auf der grünen Insel. Stille...die Platte ist zu Ende.


Tracks:

  1. Exordium [0:20]
  2. Crumble [3:20]
  3. Hero [3:48]
  4. The Writer [5:08]
  5. Blind [3:51]
  6. Scissorhands [3:46]
  7. Perception [1:41]
  8. The Gift [5:41]
  9. Deliverance [3:30]
  10. Chapters [5:31]
  11. Broken Wings [4:22]
  12. Invisible Scars [4:03]
  13. Cardiac Silhouette [7:17]

Gesamt: 52 Minuten, 53 Sekunden


Line-Up:

  • Carlo Knöpfel (Gesant)
  • Oliver Stingel (Gitarre)
  • Christoph Gygax (Gitarre)
  • César Gonin (Bass)
  • Thomas Rindlisbacher (Drums)

Fazit:

Im Groben und Ganzen haben die Schweizer Jungs hier ein ansprechendes Album herausgebracht. Für den Fan und Genre-Kenner wird es sicherlich ansprechender sein, aber für die Allgemeinheit (gesprochen auf den Rock- und Metal-Fan) lassen sich die vielen Stilwechsel, insbesondere die ruhigen Parts, nur sehr schwer verkaufen. Die Einzelkritik der Songs zeigt ja auch die jeweiligen Schwächen im Detail auf, so dass ich hier nicht weiter auf die jeweiligen Punkte eingehen möchte.

Ich kann jedoch auch die künstlerische Motivation verstehen, sozusagen den "roten Faden" der sich durch die Platte hindurch zieht, so dass ich das Album auch nicht vollkommen schlecht bewerten werde. Desweiteren hatte das Album auch durchaus seine hörenswerten Höhepunkte. Und deshalb...

... gibt es auf jeden Fall 3,5 von 6 Pommesgabeln!